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Pädagogische Kinderforschung


Die Konzeption für die Pädagogische Kinderforschung hat sich im letzten Jahrzehnt kontinuierlich entwickelt und ist auf pädagogische Bezugstheorien sowie die Leibphänomenologie gegründet.


Die Pädagogische Kinderforschung zielt auf Erkenntnisse über die individuelle Erfahrung von Kindern mit Lernen und pädagogischem Handeln in den pädagogischen Settings von Schule, Familie und weiteren pädagogischen Institutionen.


Das Forschungsinteresse richtet sich vor allem auf die subjektive Befindlichkeit und Gestimmtheit, Bedürfnisse und Wünsche der Kinder, sowie die leiblich-ästhetische Erfahrung im Zusammenhang von Lernen und Erziehen.


Ziel der Pädagogischen Kinderforschung ist es, durch die Forschungsergebnisse pädagogisches Handeln aus der Perspektive der Kinder zu reflektieren und zu evaluieren.


Prof. Dr. Klaudia Schultheis & Dr. Petra Hiebl

Was ist Pädagogische Kinderforschung?

Grundlagen und Bezugstheorien


Eine deutliche Referenz auf ihre Nachbar-disziplinen wie z.B. der Psychologie, Soziologie oder Philosophie ist seit jeher für die pädagogische Reflexion kennzeichnend.


Dennoch sind der Zugang und die Perspektive auf Kinder, Lernen, Erziehung, Schule und Unterricht in den benachbarten Disziplinen völlig unterschiedlich.


So gibt es in der Pädagogik nicht den isolierten Blick auf singuläre Variablen kind-licher Entwicklung oder kindlichen Lernens, die eventuell experimentell nachgestellt, beobachtet und in ihren Veränderungen gemessen werden.


Der pädagogische Zugang ist dadurch gekennzeichnet, dass er die Beziehung zwischen dem kindlichen Lernen und dem Erziehungshandeln von Lehrer(inne)n, Erzieher(inne)n und Eltern in den Blick nimmt.

Die Pädagogische Kinderforschung hat genau hier ihren Fokus.


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Methodologie


Ein besonderes Anliegen Pädagogischer Kinderforschung ist es, die Kinder aktiv am Forschungsprozess zu beteiligen und sie zur Artikulation ihrer subjektiven Perspektive zu bringen.


Sie  verfolgt das Ziel, in einen offenen Dialog mit Kindern zu treten, in dem es möglich ist, dass die Kinder ihre Perspektive einbringen.

 

So müssen die  sprachlichen, kognitiven oder leiblichen Voraussetzungen der Kinder in ihrer Bedeutung für den Forschungsprozess berücksichtigt werden, insbesondere auch deshalb, weil sie das Forschungsdesign beeinflussen.


Dies impliziert, dass eine Entwicklung der Methoden Pädagogischer Kinderforschung nicht nur die Voraussetzungen der Kinder berücksichtigt, sondern darüber hinaus auch die Besonderheit der Situation und die Komplexität von Lehr-Lernprozessen.


Weiterhin geht es im Kontext der Adaption von Erhebungsmethoden darum, Möglichkeiten zu finden und aufzuzeigen, die Kinder dazu bringen, uns etwas über ihre Befindlichkeit und ihr eigenleibliches Spüren mitzuteilen. Darin liegt eine Herausforderung, aber auch das Potential der Entwicklung der Methodologie Pädagogischer Kinderforschung.


Methodologisch versteht sich die Pädagogische Kinderforschung als qualitative Forschung mit genuin pädagogischem Forschungszugang. Kennzeichnend für die Methodologie des Ansatzes ist die multimodale Kombination unterschiedlicher qualitativer Methoden, die für die Arbeit mit Kindern entsprechend adaptiert, modifiziert und weiterentwickelt werden.


Forschungsprojekte


In: Schultheis, K. & Hiebl, P. (Hrsg.) (2016): Pädagogische Kinder-forschung. Grundlagen, Methoden, Beispiele. Stuttgart: Kohlhammer Verlag


  • Lernerfahrungen in der Lernwerkstatt aus der Perspektive von Schülerinnen und Schüler (Petra Hiebl)


  • Wie sich Grundschulkinder ihr Klassenzimmer wünschen – leibliche Aspekte des Lernens aus der Sicht der Kinder (Karin Hecht) 


  • Zeiterfahrungen von Grundschulkindern - Eine qualitative Studie zur Erfassung des Erfahrens   zeitlicher Strukturierung in Schule und Unterricht (Anja Viehweger)


  • Inklusives Lernen aus Kindersicht: Wie erleben Kinder inklusive Settings? - Eine mehrstufige       Erhebung und Auswertung der Schülerperspektive

(Heiko Geschwendt)


  • Pädagogische Kinderforschung in der Lehrerausbildung - am Beispiel des „International Project (IPC)“

(Klaudia Schultheis)


  • „Joy to learn“ – Eine internationale Studie zur Erforschung der schulischen Lernfreude von Kindern (Petra Hiebl, Klaudia Schultheis, Agnes Pfrang)